Strohenergie

Strohheizkraftwerk Emlichheim soll 75.000 t Stroh verfeuern

In Emlichheim werden 75.000 t Stroh aus 60 km Umkreis benötigt.

Die BEKW Bioenergiekraftwerk Emsland GmbH & Co. KG plant in Emlichheim (Niedersachsen) die Errichtung eines in Deutschland in dieser Form und Größenordnung bislang einmaligen strohbefeuerten Heizkraftwerks. Die Verbrennungsanlage ist für 10,2 Megawatt Bruttostromleistung und 49,8 Megawatt Feuerungswärmeleistung konzipiert. Eine Nettostromleistung von 9 Megawatt wird in das öffentliche Netz eingespeist. Weiterlesen

Bioenergie: Tank oder Teller

Zeitenwende bei der Bioenergie (bei Handelsblatt.com am 10.07.2010 veröffentlicht)

Auswege aus dem Tank-oder-Teller-Dilemma haben Forscher gefunden. Die Ansätze sind breit gestreut: So lassen sich inzwischen auf bisher landwirtschaftlich unbrauchbaren Böden Pflanzen züchten, die Rohstoffe liefern. Bioabfälle lassen sich in Kunst- oder Treibstoffe verwandeln. Gentechnisch optimierte Hefen machen aus Stroh Benzin, Löwenzahn produziert Naturkautschuk. Und Krabbenschalen werden zu Kunststoff.

Bisher werden solche biologischen Abfälle vor allem zur Biogasherstellung genutzt oder zu Kohle gepresst und dann verheizt. „Viel zu schade“

Was ist CO2-neutral?

Das Verfahren, welches zu seiner Durchführung kein zusätzliches Kohlendioxid erzeugt, gilt als CO2-neutral.

BioConversion Anlagen setzen Stroh stofflich komplett um. Die zur Erzeugung des Strohs aufgewandte Energie ist bereits bei der Getreideproduktion mit 70g C m2/a (C=Kohlenstoff) bilanziert.

Der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen als Substrat vermeidet die Erhöhung des Kohlendioxidanteils (CO2) der Atmosphäre. Die in den Pflanzen gebundene Energie aus Sonnenlicht wird bei der BioConversion Anlage wieder freigesetzt und wirtschaftlich genutzt. Hochmolekulare Verbindungen werden zu niedrigmolekularen reduziert (Cracking, wie in der Rohöl Raffinerie) und die enthaltene Energiedifferenz als Wärme freigesetzt. Dabei entsteht CO2, da die Pflanzen auch aus Kohlenstoff bestehen. Das freigesetzte CO2 wurde jedoch beim Anbau der Pflanzen durch das Wachstum bereits der Atmosphäre entzogen.

Wieviel CO2?

Dazu ist es erforderlich zu wissen, wie hoch der Kohlenstoffgehalt (C) der eingesetzten Pflanzen ist.

Hafer als Beispiel hat einen C-Gehalt in der Trockenmasse (TM, < 14% rel. Feuchte) von knapp 46%.  Andere Feldfrüchten haben einen Durchschnittsgehalt von 46-47%.

Die geplante Anlage setzt ca. 3.700 t Getreidestroh pA um. Daraus ergibt sich die folgende Rechnung:

Materialeinsatz ./. Feuchtigkeit x 46% = Kohlenstoffgehalt TM

Kohlenstoffgehalt = CO2 Vermeidung.

Die Anlage vermeidet (ca.) 1.720 Tonnen Kohlenstoff, das entspricht einer Menge von pro Jahr circa 6.300 t CO2 und produziert so klimaneutral Energie. Unberücksichtigt bleibt bei diesem Ansatz die Mitverbrennung weiterer Pflanzenbestandteile, die die Menge an vermiedenem CO2 noch deutlich erhöhen. In einem Betriebszeitraum von 20 Jahren mithin 126.000 t.

Bei einem flächendeckenden Einsatz mit ca. 2.400 Anlagen könnte die Emíssion um ca ≈ 15 Mio. t CO2 pro Jahr in Deutschland verringert werden.